Unterwegs in Phaselis

Letztes Jahr waren wir im Sommer in der Südtürkei. Wir hatten uns die Gegend ganz speziell ausgesucht, denn wir wollten uns unbedingt einmal die antike Stadt Phaselis anschauen. Sie lag ursprünglich einmal in Lykien, was zu Kleinasien gehörte. Heute gehört die Stadt jedoch zu der Türkei und so konnten wir sie wunderbar besuchen. Vor Ort hatten wir ein Hotel in Antalya und da Phaselis nur ungefähr eine Stunde mit dem Auto entfernt ist, haben wir uns einen Mietwagen geholt, um sie anschauen zu können. Phaselis liegt unmittelbar an der Küste und ist deswegen sehr idyllisch und schön. 1811 wurde sie zum ersten Mal entdeckt und seitdem wird dort auch archäologisch geforscht. Der Weg dorthin war ein wenig kompliziert, da Phaselis genauso wie auch Olympos im Nationalpark Olimpos Beydaglari liegt. Aus diesem Grund sind keine großen Ortschaften drum herum zu finden. Zwar gibt es kleine Häuser auf dem Weg, aber wirklich wohnen tun hier kaum irgendwelche Menschen. Früher war Phaselis einst eine Handelsstadt mit gleich drei großen Häfen. Dadurch hatte die Stadt großen Einfluss in Kleinasien und war wirtschaftlich sehr wohlhabend.

495533_web_R_K_by_Bildpixel_pixelio.de

Foto: Bildpixel/pixelio.de

Von diesem Wohlstand ist noch einiges zu sehen. Man muss das Auto zwar ein paar Kilometer weit weg auf einem Parkplatz abstellen, aber der Fußweg dorthin war auch schon sehr interessant. Erhalten geblieben sind die Prachtstraße, ein Theater, die Thermen, die Hafenmauer, die Agoren, ein Aquädukt und byzantinische Ruinen, die man sich alle anschauen kann. Früher wurde Phaselis als rhodische Kolonie gegründet wurden sein und das im Jahr 690 v. Chr. Danach taucht sie lange Zeit nicht mehr in den Geschichtsbüchern auf, bis die im 6. Jahrhundert in der Handelsniederlassung Naukratis in Ägypten vertreten war. 550 v. Chr. gehörte die Stadt dem Perserreich an, bis Athen sie zwangsbefreite. Athen machte damit einen gute Gewinn, denn die Handelsstadt war strategisch sehr wichtig. Phaselis blickt auf eine grandiose Geschichte zurück und doch wurde sie ab dem 10. Jahrhundert nur noch als Steinbruch für Antalya genutzt. Hier holten die Herrscher ihr Material für Befestigungen her und so wurde aus der einst schönen Stadt mit Einfluss irgendwann ein archäologisches Gebiet. Mir hat der Ausflug sehr gefallen.