Hochzeitstraditionen in England

Flitterwochen haben eine lange Tradition und ihren Ursprung in England. Hochzeitsbräuche in England sind eh etwas Besonderes und schon ein bisschen eigenartig zum Teil. Denn in England war es früher Sitte zwischen Herbst und Weihnachten zu heiraten. Denn da hatte man genug zu essen. Denn feiern, das konnten die Engländer schon früher. Allerdings benötigten sie dazu auch genügend Nahrungsmitteln, die eben erst im Herbst geerntet werden konnten. Nahrungsmittel wurden damals auch geschenkt und galten als Glücksbringer für die Ehe. Statt mir Reis bewarf man in England das Brautpaar früher mit Weizen, wenn es aus der Kirche kam. Es gibt auch die Tradition, dass die Braut einen Teller voller Teekuchen ausschüttete. Und die Gäste versuchten Krümel davon zu erhaschen. Heute wirft man in England aber auch einen Brautstrauß! In einigen Orten brach man auch einen großen Kuchen über dem Kopf des Brautpaares.

Foto: Simone Hainz  / pixelio.de
Foto: Simone Hainz / pixelio.de


Brauchtum hält sich teils bis heute

Da die Engländer sehr traditionsbewusst sein, haben sich in vielen Orten einige dieser Sitten und Riten bis heute gehalten. Daher bewirft man in Aberdeenshire ein Brautpaar noch heute mit Gerste. Und zwar dann, wenn sie den Ort der Feier erreicht haben. Und der Ausdruck „honeymoon“ für Flitterwochen kommt auch aus England. Denn dort gab es eine Tradition, bei der die Braut nach der Hochzeit einen Monat lang Met (Honigwein) trank. So sollte die Fruchtbarkeit gesteigert werden, um einen gesunden Jungen zur Welt zu bringen. In England waren zur damaligen Zeit Mädchen nur eine finanzielle Last für die Eltern und man musste sie auch noch verheiraten.

Wilde Hen-Nächte

Dass einige dieser alten Hochzeitstraditionen Unsinn sind, das ist inzwischen vielen jungen Briten klar. So trinkt keine Braut mehr einen Monat lang Met! Heute haben ganz andere Traditionen England erobert. So die Hen-Nächte, der Junggesellinnen-Abschied. Auch dieser ist eine Tradition, die aus England stammt und auch in Deutschland übernommen wurde – vor allem ab den 1990er Jahren. Dass es eine Generalprobe für die Zeremonie gibt und ein rehearsal dinner, das kennt man nicht nur in England, sondern auch den USA. Auch wenn die Amerikaner sonst alles Britische ablehnen. Diese beiden Traditionen werden praktiziert.